Donnerstag, 3. März 2016

Tränen der Weiblichkeit, "Die Aussöhnung mit dem inneren Kind"

...noch im Entstehungsprozess: Tränen der Weiblichkeit, ein Fragment...





























Boah... ich glaube, dieses Buch ist extra für mich geschrieben worden! ;-) Kennst du das? Wenn du ein Buch liest und denkst, dass es absolut jeder Mensch auf dieser Erde unbedingt lesen müsste, weil es sich so unglaublich wahr anfühlt??

 Ich lese gerade "Die Aussöhnung mit dem inneren Kind" von E.J. Chopich und M.Paul. Bereits das Vorwort hat mich sehr positiv überrascht, weil es, obwohl vor 26 (!!!) Jahren geschrieben, aktueller  ist denn je. Und, was ich nicht erwartet habe, es ist ganzheitlich und höchst spirituell. Man sollte ja das Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen, und doch... Das Cover des Buches spiegelt in keinster Weise seinen Inhalt. Es ist nüchtern, irgendwie minimalistisch, sachlich. So dachte ich, dass die Autorinnen auf der mehr oder weniger sachlichen Ebene die Schattenseiten der menschlichen  Psyche behandeln, und erzählen, wie man das traumatisierte innere Kind heilt, um ein "normales" Leben zu führen.

Überhaupt hatte ich ein falsches Bild vom inneren Kind, bzw. ich konnte gar nicht präzise sagen, was denn das innere Kind sein soll.
Schon nach den ersten Seiten des Buches sagte ich zu meinem Mann, dass ich das Gefühl habe, das innere Kind könnte die Seele sein und der innere Erwachsene der Verstand.

Nach ein paar weiteren Seiten war mir klar, dass das innere Kind unser weiblicher Anteil sein muss und der innere Erwachsene der männliche Aspekt des Menschen. Was aber der vorherigen Aussage keinesfalls widerspricht. Demnach wäre die Seele weiblich und der Verstand männlich. Für mich ist es erstmal stimmig.

Die Heilung besteht laut der Autorinnen darin, die Verbindung zwischen dem inneren Kind und dem inneren Erwachsenen wieder herzustellen. Und siehe da, hier habe ich bereits kurz darüber geschrieben: über die Verbindung zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen in uns, aber es nur auf die Sexualität bezogen. Das innere Kind, unser weiblicher Anteil, steht für die Gefühlswelt, für das Passive, der innere Erwachsene, unser männlicher Anteil steht dagegen fürs Handeln, für die Aktivität. Doch wie kommt es zur Trennung zwischen den beiden Anteilen?

Bei einem Kind ist der innere Erwachsene (der Verstand) noch sehr unreif, somit ist das Kind auf den echten Erwachsenen angewiesen. Schon bei der Geburt erfährt das Kind jedoch, dass es zur Unterbrechung der Einheit Kind/Erwachsener kommt. Die Bezugsperson sollte da sein, um das Kind zu beschützen und um für das Kind zu sorgen. Und vor allem, um es zu LIEBEN. Doch schon sehr früh bekommt das Kind durch die ersten traumatisierenden Erziehungsmaßnahmen mit, dass die Entfernung zwischen dem Kind und dem Erwachsenen auch noch steigerbar ist und tatsächlich immer größer wird. Das Kind lernt, dass seine Gefühle und sein wahres Selbst oft nicht akzeptiert werden und sein Verhalten sogar bestraft wird. Somit empfindet es sich als nicht richtig, was mit großem Schmerz und Angst verbunden ist. Der heranreifende innere Erwachsene kann mit dem Schmerz des inneren Kindes nicht umgehen und trennt sich von ihm. Das wachsende Kind verinnerlicht die Haltung des "echten" Erwachsenen ihm gegenüber und sein innerer Erwachsener übernimmt die Glaubensmuster der Bezugsperson bez. des Kindes vollkommen. Da der innere Erwachsene sich von ihm getrennt hat, bleibt das innere Kind mit seinem Schmerz allein zurück.


Tränen der Weiblichkeit, work in progress...

Was mich dabei so unglaublich berührt, ist die Tatsache, dass die Trennung zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen sich auf allen Ebenen vollzieht. Seit Jahrtausenden wird die Weiblichkeit von der Männlichkeit unterdrückt, das kollektive innere Kind leidet, allein gelassen in seinem Schmerz. Dabei geht es ja nicht um den Geschlechterkampf oder Gleichberechtigung  an sich, sondern darum, dass die weiblichen Aspekte auch im Mann nicht gelebt werden. Die männlichen Attribute dagegen bekommen im Patriarchat eine viel zu große, eine alles beherrschende Bedeutung.

Der einzige Weg aus dem Disaster der Menschheit ist der, dem inneren Kind in uns all die Liebe und Aufmerksamkeit zu geben, die es braucht, um zu heilen. Nur, wenn wir die Verbindung zu unseren weiblichen Anteilen, zu unseren Gefühlen wieder herstellen, haben wir als Menschheit noch eine Chance. Es muss jeder bei sich anfangen, sein inneres Kind wieder voll ins Leben integrieren und vor allem müssen wir unseren Kindern beibringen, wie wichtig es ist, für sein inneres Kind da zu sein. Nur ein Mensch, der beide Anteile verbindet, der fühlt und handelt, wird eine Gesellschaft aufbauen können, die auf  Mitgefühl, Fürsorge und Liebe anderen Menschen und dem Planeten gegenüber basiert. Dann wird auch die Verfolgung und Unterdrückung der Frau ein Ende haben.

Ich empfehle jedem, das oben erwähnte Buch zu lesen. Es ist ein Schatz, eine ganz besondere Perle, für mich gleich bedeutend mit Eckart Tolle.

Alles Liebe

Helena


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