Samstag, 5. Dezember 2015

Esssucht - Gedanken über das Essverhalten der Erwachsenen und Kinder, Zucker ist eine Droge





Überall hört man ja, dass die Menschen immer dicker werden. Die Ärzte, Wissenschaftler und sonstige Experten schlagen Alarm: Wir essen zu viel Fett, zu viel Zucker und bewegen uns zu wenig. Soweit so gut. Stimmt ja. Die Lösung wäre also ganz einfach: weniger Fett, weniger Zucker, mehr bewegen. Und doch sind die Menschen und vor allem die Kinder so dumm und essen diesen Mist. *Ironiemodus aus*

Was ist nur los? Warum kennen wir alle die Lösung und geben uns trotzdem die volle Dröhnung, unbeachtet der gesundheitlichen Konsequenzen? Warum können Menschen, die zig Kilo Übergewicht haben, nicht einfach die Ernährung umstellen und abnehmen? Klärt man nicht genug auf oder vielleicht klärt man nicht richtig auf?


Vielleicht... denn eine richtige Aufklärung würde fast die gesamte Bevölkerung als drogenabhängig einstufen. Und das geht ja nicht. Weil ja Drogen eigentlich illegal sind und man das Volk schützen muss vor einem übermäßigen Konsum. Nun, wie ist es denn auseinander zu halten, die Wissenschaftler haben ja herausgefunden, dass Zucker genauso auf das Gehirn wirkt wie Kokain, es werden die gleichen Zentren aktiviert, es kommt zu Kontrollverlust, zu Entzugserscheinungen etc... bei Ratten, evtl nicht bei anderen Säugetieren und auch gar nicht bei Menschen. Nein. Oder doch?

Wie oft habe ich hier schon darüber geschrieben, dass ich wieder einen Rückfall hatte? Und dass ich es wieder mal versuchen will, davon loszukommen? Wie oft bin ich schon in diese Zucker/Fett-Falle gedappt, weil ich nur mal eine Ausnahme machen wollte und mein Hirn sofort nach mehr schreit?? Zucker vor allem in Kombination mit konzentriertem Fett wirkt wie eine Droge. Nicht auf alle Menschen. Wenn Jemand sein Dopamin aus Alkohol-, Zigaretten-, Sex- oder einer anderen Sucht bezieht, dann wird ihm das Essen ziemlich egal sein, aber er wird wahrscheinlich auch die Variante Zucker/Fett bevorzugen und nicht das vollwertige, fett- oder kohlenhydratarme Essen.



Aber warum gibt es gerade an den Kassen in Höhe der Kinderaugen Süßigkeiten und warum darf  überhaupt Werbung für die Droge Zucker gemacht werden?? Ja kann oder soll man sogar unserer Regierung vorwerfen, dass sie es zulässt, dass solche Unlebensmittel überhaupt produziert werden? Sollte sich der Vater Staat nicht mit seiner schützenden Hand vor seine Kinder stellen und jedes Unheil abwenden?

Ja, schön wärs. So einfach ist es nicht mehr. Denn der Staat ist nicht der uns beschützende Papi und die POlitik nicht die wohlwollende Mami. Nur dass wir immer noch kleine Kinder sind, die jetzt endlich erwachsen werden müssen!! Wir müssen die volle Verantwortung übernehmen für das, was wir uns in den Mund schieben. Es ist und bleibt unsere Verantwortung und unsere Entscheidung, welchen Weg wir gehen wollen. Und leider wird es uns nicht einfach gemacht.

Ich weiß, warum ich mir immer wieder Drogennahrung in den Mund schiebe. Weil es Momente gibt, in denen das Leben für mich nicht lebbar ist. In denen ich echt keine Lust mehr habe, zu funktionieren, belogen zu werden auch von mir selbst, fremdbestimmt zu sein, und überhaupt zu sein. Ich jammere jetzt nicht oder mach ne große Sache daraus, ich glaube, dass es sehr vielen Menschen so geht, oder gehen würde, wenn sie die volle Ladung Realität ohne Drogennahrung zulassen würden.

Es gibt gute, fast schon heilige Momente in meinem Leben aber auch eben die anderen. Und sie voll auszuhalten ohne das Dopamin, das mir das Essen gibt, daran muss ich noch arbeiten. nein, anders: Ich arbeite daran, mich mit diesen Momenten nicht zu identifizieren. Denn die Identifikation führt dazu, dass ich mich schlecht fühle und Emotionen entstehen, die wiederum dazu führen, dass ich den Dopaminkick will. Ja, ich bin erwachsen und habe die Möglichkeit, an mir zu arbeiten. Doch...

Was ist mit unseren Kindern? Können sie dem ganzen klebrigen, krank machendem Mist widerstehen? Nein. Wenn sie die Neigung haben, Essen als Dopaminquelle zu missbrauchen, werden sie es nicht dauerhaft schaffen, dem zu entkommen. Deswegen ist es so irre, sie in irgendeiner Weise dafür verantwortlich zu machen. Ihnen zu sagen, sie sollen/müssen sich beherrschen, sie sollen sich mal in Verzicht üben. Völlig irre. Wir, die Erwachsenen, die Eltern müssen die Verantwortung für unsere Kinder übernehmen.  Doch zuerst müssen wir natürlich einsehen, dass wir selbst, genauso wie unsere Kinder eine Droge namens Zucker (bzw. die Kombi Zucker/Fett) konsumieren. Jeder Versuch, diese Abhängigkeit klein zu reden oder sie zu beschönigen, zeugt nur davon, dass sie uns vollkommen im Griff hat.

Ja ist denn das soooo schlimm, wenn das Kind mal einen Schokoriegel isst?? Natürlich nicht! Doch welches Kind isst heutzutage einen Schokoriegel und ernährt sich ansonsten vollwertig? Ach klar, es gibt die eine oder andere Ausnahme, Kinder die genetisch nicht veranlagt sind oder solche, die es nie gelernt haben, weil die Eltern um ihre Verantwortung wussten (Körpertyp Saturn ;-))... Nagelt mich nicht fest, ich rede hier von der Masse, von der Mehrheit...

Das Problem bei dem Schokoriegel ist, wenn die Ausnahme zu Regel wird. Und hier sind es genau die selben Prinzipien wie bei den Erwachsenen. Das Gehirn braucht und will immer mehr von der Droge, um den Kick zu bekommen. Dann wird noch ein Joghurt gegessen (5Tl Zucker), ein Donut, ein süßes Getränk aus der Tüte (4TL Zucker) und schon ist die Biochemie im Gehirn gestört und stellt sich um. Die Dopaminrezeptoren werden bei dem Überangebot runterreguliert, was dazu führt, dass nochmehr Droge gebraucht wird, um die schönen Gefühle zu erzeugen. Ein Teufelskreis, der noch eine tückische Nebenwirkung hat: das normale, gesunde, vollwertige Essen, wird als nicht schmeckend, oder in Kindersprache ausgedrückt als eklig empfunden. Deswegen wollen immer weniger Kinder Gemüse essen, deswegen lieben sie Pommes mit Ketschup und Pizza und Nutellabrote zum Frühstück, nur deswegen, und nicht weil Kinder angeblich genau wissen, was ihr Körper braucht!! Eine Lüge ist das!! Eine dreiste Propagandalüge, der sich auch die Lebensmittelindustrie bedient! Jedes Kind und jeder Erwachsene hat bei verarbeiteter (Industrie-)Nahrung einen fehlgeleiteten Instinkt!! Dies führt natürlich dazu, dass unsere Körper mangelernährt werden und sind, sie bekommen vielleicht mal einen Bruchteil an Nährstoffen! Immer mehr Kinder ekeln sich zudem vor Fleisch, und da Hülsenfrüchte für sie sowieso eklig und nicht essbar sind, nehmen sie viel zu wenig Eiweiß auf. Was ist die Folge? Sie haben natürlich Hunger, Hunger auf diese besagten Nährstoffe, da ihre Biochemie im Gehirn aber gestört ist, greifen sie nur nach Zucker/Fett triefenden Lebensmittel, die sie noch kränker und dicker machen.

Was ist die Lösung für übergewichtige/essgestörte Kinder/Erwachsene? Sie ist so brilliant wie einfach und doch so schwer durchzuführen. Zucker aus der Ernährung eliminieren. Komplett. Jegliche Mischung aus Kohlenhydraten und Fett meiden, wie Pommes, auch selbstgemachtes, wie z.B. Kartoffelpuffer (!!), da diese Mischung in jeder Variante für eine gestörte Biochemie sorgt, und vollwertige Nahrung kochen mit viel Gemüse und wenig Obst.



Übrigens, ich bin mir sicher, dass sich viele der angeblichen ADHS Patienten beruhigen würden, wenn sich auch die Biochemie im Gehirn beruhigt und das Nervensystem auch die Ladung B-Vitamine bekommt, die es braucht...

So jetzt bin ich fertig. Bis bald. :-)

Helena

Kommentare:

  1. Liebe Helena,

    Zucker-Fett Gemisch ist für viele Menschen reines Gift, da stimme ich Dir zu. Eigentlich sollte dies Allgemeinwissen sein. Doch ist es das? Ich habe da meine Zweifel. Nun ist es so, dass in aller Regel die Mütter bestimmen, was die Kinder essen. Dies war in meiner Familie so und eigentlich in allen Familien, die ich kenne. Die meisten Mütter geben sich viel Mühe, um ihre Kinder und Familie gesund zu ernähren. Am guten Willen fehlt es ganz sicher nicht. Vielmehr scheint es am Wissen um die Zusammenhänge zu fehlen, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen.

    Vergangenen Freitag hatte ich meinen 4-Monatstermin bei meinem Internisten in Bordeaux. Er war sichtlich erstaunt, dass mein Altersdiabetes ohne Medikamente allein durch eine Umstellung auf eine strikt kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung mit unverfälschten Lebensmitteln vom Wochenmarkt gänzlich verschwunden ist. Nun hat er mich darum gebeten, während einiger Wochen genau aufzuschreiben wie und was ich esse und die Kosten hierfür, um seinen anderen Diabetespatienten ein Beispiel an die Hand geben zu können.

    Dies zeigt einerseits sein echtes Interesse, seinen Patienten zu helfen, andererseits den katastrophalen Zustand des ärztlichen Wissens und der geltenden "Ernährungswissenschaft" , welche immer noch in ihren Ernährungsratschlägen für Diabetiker und Nichtdiabetiker vorschlägt, dass Kohlenhydrate in Form von Brot, Kartoffeln und Reis die Basis der Ernährung bilden sollen. Reiner Zucker wird auf 60 g täglich limitiert, dazu soll 5 mal täglich Obst gegessen werden. Fette sollen so weit wie möglich eingespart werden. Ich habe mir die Leitlinien der deutschen, französischen und amerikanischen Gesellschaften für Ernährung durchgelesen. Sie sind quasi identisch. Von der Drogenwirkung von Zucker ist nichts, rein gar nichts geschrieben. Soweit die "Ernährungswissenschaft". Schaue ich auf die Onlineausgaben von typischen Frauenzeitschriften gibt es immer einen großen Bereich an neuen Backrezepten für Kuchen, Torten und Gebäck, welche alle aus einem Zucker-Fettgemisch bestehen und daneben immer wieder neue Hungerdiäten, natürlich fettarm und immer häufiger vegan.

    Diese sich dauernd widersprechenden Informationen müssen nach meiner Meinung zu einem neurotischen Verhältnis der Menschen zum Essen führen. Und in der Tat sehe ich mit Erschrecken, wie krank das Essverhalten sehr vieler Teenager und Twens ist. Habe da einen guten Einblick durch meine 3 Söhne von 20-35 Jahren mit ihren Freundinnen. Gerade bei den jungen Mädchen und Frauen ist die Mischung von Hungerdiäten und Zucker-Fett Fressorgien mit den dazugehörigen psychischen Störungen erschütternd häufig.

    Nein, es gibt in Tat keine einfachen Lösungen.

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  2. Hallo Frank, :-)
    es gibt massenhaft Desinformation bezüglich der Ernährung... Neulich erst habe ich ein Filmchen von einem öffentlichen Sender gesehen, das alle alternativen Ernährungsformen völlig lächerlich macht und die nach Alternativen suchenden Menschen als krank Orthorexie) darstellt. Ich glaube, dass das gewollte Verwirren durch die Medien dazu führt, dass die meisten einfach nur noch abschalten und weiterhin an der "guten" alten Hausmannskost festhalten.

    Ich freue mich für Dich, dass Du Deinen Weg gefunden hast, Frank!! :-) Nur denke ich, dass man Kohlenhydrate nicht per se verteufeln sollte. Es gibt ein paar vegane, amerikanische Ärzte (z.B.Dr.Neal Barnard), die ebenso sehr gute Heilerfolge bez. Diabetes und Herzerkrankungen erzielen. Ich denke, dass uns die Kombi Fett/Kohlenhydrate am meisten krank macht.

    Bez. der jungen Frauen... solches Verhalten hat 20 Jahre meines Lebens bestimmt... immerhin können meine Töchter von meiner Vorarbeit profitieren. ;-)

    LG und danke für Deinen Kommentar, Frank!!

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