Sonntag, 31. August 2014

Mein Gedicht "Es (s) sucht" zum Thema Esssucht


"Es (s) sucht"


Stopf` mir mein Maul zu
dann kann ich nichts sagen.
Stopf` mir mein Maul zu
dann kann ich nicht klagen.

Die Sinne versagen
und die Sehnsucht in mir
droht
 mich zu zerstören

ich weine
ich, weine
und schreie,
dass die Welt es erfahre
und das wahre Wort 
werd` laut!!

Schmerz
du fehlst mir,
kann nichts spüren,
tausend Messer
in mir wühlen

Welches Wunder werd ich brauchen
um darin nicht zu ersaufen

Ich stopf` mich voll
mit bunten Sachen
tief in mir 
ein krankes Lachen:

"Nun, quäl`dich nicht,
und lass es sein,
in meine Welt
gehörst du rein!"

Ich: "NEeeeeeeeIN!!!!"






Dienstag, 19. August 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", letzte Strophe: Alles was wir brauchen ist Liebe oder Was du säst, wirst du ernten!


Heute also die letzte Strophe meines Gedichtes... "Bekenntnisse einer Ehefrau" hat als ein vorwurfsvoller Brief mit viel Frust angefangen und endet als eine Liebesbekundung. Doch ist diese nicht als eine romantische, illusorische und unreflektierte Floskel zu verstehen. Vielmehr geht es in dieser Strophe darum, den so oft ohne Tiefgang ausgesprochenen Satz "Ich liebe Dich" auf alles anzuwenden, was in unser Leben tritt.

dreizehnte Strophe:

So sagt die Ehe uns: halt inne,
verurteile nicht, schärfe die Sinne,
das was du so hasst, ist ein Teil von dir,
es steht zwischen dem "ich" und dem ehelichen "wir".
So werde ich mir die Mühe geben
und ab jetzt die Ehe leben,
als wärst du ein Teil von mir
und ich ein Teil von dir.
Ich werde alle Sachen, die mich an Dir ankotzen
ans Licht holen und statt zu motzen,
werde ich sagen: ich liebe mich,
ich liebe unsere Ehe und ich liebe dich.


Deine Ehefrau


Jeder von uns ist ein Gärtner.

Ich liebe dieses Gedicht! Wirklich, die Transformationskraft, die ihm innewohnt, berührt mich jedes Mal. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, aber meiner Meinung nach ist es der einzige Weg, die Ehe aus einer Krise in eine beglückende Partnerschaft zu lotsen. 


Dabei fällt mir spontan der neulich von mir auf facebook geteilte Satz von Eckardt Tolle ein: "Suche nicht das Glück. Wenn du es suchst, wirst du es nicht finden. Denn Suchen ist der Gegenpol zum Glück" (frei übersetzt). 

Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass ich nicht in dem Gedanken verharren sollte, unglücklich in meiner Beziehung zu sein. Das ist der schwierigste Schritt, denke ich! Die Gedanken, die mir die negativen Gefühle bescheren, muß ich abschneiden! Wenn mich mein Partner wieder mal enttäuscht hat, dann hat er mich in Wirklichkeit nur ent-täuscht. Er hat mir gerade wieder mal eine Illusion genommen, die mein Ego aufgebaut hat. Wenn ich den Gedanken des Ego freie Bahn lasse, wird es mich zum unglücklichsten Menschen auf der Erde machen und meinem Partner die SCHULD für mein Unglück geben. 

Doch ich kann auch anders! Ich kann meine Gedanken kontrollieren und mir sagen, dass alles was ich brauche, schon da ist. Dass alles, was passiert, zu meinem Wohle geschieht.

Wie??? Wie soll es denn eine Frau, die gerade von ihrem Mann verprügelt worden ist, so etwas denken können? 

Es erscheint unmöglich und fühlt sich wie eine Ohrfeige an! Und doch ist es nur so, wenn wir es aus der Sicht des Ego betrachten! Glaube mir, ich meine damit nicht, dass jeder für sein Glück verantwortlich ist, und dass jede Strafe gerecht ist.... oder so. Nein, nein, nein! Ich habe größtes, aufrichtiges Mitleid mit jedem missbrauchten Wesen dieser Erde, sei es ein Mensch oder ein Tier!

Doch wir können uns nur aus dem Gefängnis befreien, wenn wir die Schuldzuweisungen und Projektionen als solche entlarven und immer wieder unser Verhalten hinterfragen!

Mit der letzten Strophe meine ich auch nicht, dass man den prügelnden Mann lieben soll, weil er nun mal geehelicht worden ist. Um Gottes Willen! Wie ich schon in einem früheren Post geschrieben habe, ist manchmal eine räumliche Trennung unabdingbar! Nur wie man sich trennt, ist von größter Bedeutung! Wenn wir keinerlei negativen Gedanken bei derTrennung verspüren, wenn wir aus voller Brust durchatmen können, wenn die Trennung ein befreiender, positiver Schritt ist, dann ist es ein guter, progressiver Abschied.

Die Trennung kann man auch aufarbeiten, nachdem man gegangen ist, wichtig ist nur, dass man keine negative Energie aufrecht erhält, egal wie uns der Partner zugesetzt hat. Denn das zieht uns nur wieder runter und wir können unser wahres Potenzial nur entfalten, wenn wir uns nicht mit solchen Energien belasten! Wenn wir das Leben annehmen und lieben!

Betrachte bitte noch mal das Bild zu dieser Strophe: Die Idee des Gärtners finde ich soooo passend und schön! "Was du säst, wirst du ernten!" 

Wenn ich meine Beziehung ändern möchte, muss ich bei mir anfangen! Das gilt für alle Beziehungen in meinem Leben. Lasst uns lieben, was das Zeug hält, denn alles was wir brauchen ist LIEBE!


ALLES LIEBE

Helena

Nachtrag: Die von mir beschriebenen Ideen in diesem Post, sind grundsätzlich richtig, doch haben sie auch die Tendenz, uns Erwachsene einzuschläfern. Das Annehmen des Lebens und das nicht Urteilen kann dazu führen, dass wir der Illusion erliegen, die Welt wäre toll, so wie sie ist... und das ist sie leider ganz und gar nicht. Es wäre eine Ohrfeige für jeden, dem es gerade ganz dreckig geht. Das Ego kann auch nützlich sein, wir müssen nur lernen zu unterscheiden, wann es unsere negativen Emotionen benutzt und wann es ein Teil unseres Warnsystems ist.

hier geht es zu den Strophen 1-12






Samstag, 16. August 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau" zwölfte Strophe: Spieglein, Spieglein...

Vorletzte Strophe meines Gedichtes... Es geht darum, dass uns die Qualität unserer Beziehungen immer uns selbst spiegelt. Wir haben tatsächlich die Wahl, unsere Schattenseiten zu erkennen und sie zu transformieren oder sie mit ins Grab zu nehmen.

zwölfte Strophe:

So sind wir zwei ein Spiegel füreinander,
das was wir sehen, ist kein Unbekannter,
doch ist es etwas, was wir nicht wahrnehmen wollen,
und was die anderen nicht sehen sollen.
Schatten und Gram,
Schuld und Scham
sind unsere ewigen Begleiter,
unsere Verdammnis oder unser Wegbereiter,
unsere große Chance zu wachsen.

Ja...wir können außerhalb unserer Beziehung so viel schauspielern wie wir wollen, in der Partnerschaft wird uns immer ein Spiegel vor die Nase gehalten. 

Meistens werden wir unsanft auf unsere "Fehler" und Schattenseiten hingewiesen, gnadenlos kann uns der Partner mit seinen Bemerkungen treffen und je wahrer seine demaskierenden Behauptungen sind, desto lauter und vehementer werden wir uns wehren.

Warum gefällt uns das nicht, was wir in dem uns vorgehaltenem Spiegel sehen?

Müßten wir nicht dankbar dafür sein, einen so tollen Lehrer in unserem Partner bekommen zu haben?
Einen, der uns ohne Rücksicht auf Verluste immer die Wahrheit sagt. Das kann man schließlich nicht mal von der besten Freundin erwarten. Aus Angst, unsere Freundschaft zu gefährden, wird sie uns selten die ganze Wahrheit über uns erzählen. Doch unser Partner tut es. Manchmal scheint es ihm besonderen Spaß zu bereiten, uns zu verletzen, uns verbal bis auf die Haut auszuziehen...

Doch wer wird da eigentlich verletzt und wer wehrt sich gegen die vermeintlichen Angriffe?

Wer ist denn dieses Ich, dass sein wahres Gesicht nicht sehen möchte? Es ist wieder mal der Anteil, der um seine Existenz fürchten muss, sollten wir ihn erkennen. Unser Ego.

Unser Ego lebt von Trennung. Je mehr trennende Eigenschaften unsere Beziehung aufweist, desto größer und stärker fühlt es sich. Denn in einer Einheit, in dem "wir sind eins" Gefühl gibt es keine Individualität, kein Ego. Dort überwiegen die verbindenden Eigenschaften. Der Wunsch, eigenständig zu sein, für sich zu existieren, kommt immer vom Ego. In dem Moment, wo uns jemand den Spiegel vor die Nase hält und uns eine unangenehme Wahrheit zeigt, haben wir die Chance, eine trennende Eigenschaft zu erkennen, also eine Eigenschaft, die von unserem Ego kommt. Erkennen wir sie, also stimmen wir unserem Gegenüber zu, so entziehen wir dem Ego Energie. Das möchte es aber unbedingt vermeiden, da es dadurch an Macht  verliert und schickt uns auf die Barrikaden. Wir kontern, schiessen Pfeile ab, und natürlich sehen wir nicht ein, dass der Spiegel immer die Wahrheit sagt.

Dabei geht es gar nicht so sehr darum, ob die Anschuldigungen unseres Partners richtig sind oder nicht, ob sie der Wahrheit entsprechen. Oder anders gesagt: Je verletzter wir uns fühlen, je mehr wir aufgrund der Aussage leiden, desto näher sind wir an der Wahrheit dran.

Den Spiegel zu bejahen, ihn als unseren Wegweiser zu betrachten, kann uns auf dem Weg des Bewusstwerdens ein großes Stück weiter bringen. Es ist natürlich alles andere als einfach. Unser Ego gibt nie auf, es wird uns bei jedem Angriff zum Gegenangriff anspornen. Um sich selbst am Leben zu erhalten.

Was passiert denn, wenn wir, ungeachtet dessen ob die Aussage stimmt oder nicht, einfach nur zustimmen?

Ein Beispiel: du reisst dir für eine Sache buchstäblich den Allerwärtesten auf und dein Patner sagt dir, du wärst total egoistisch... das tut weh! "Eine UNGERECHTIGKEIT! Wie kann er nur! Das stimmt doch ganz und gar nicht!" Merkst du, wie das Ego sich aufbauscht? 

Scheinbar gibt es irgendetwas in deinem Verhalten, was den Partner dazu bringt, dies zu behaupten. Und was passiert, wenn wir diese Aussage annehmen? Also nicht nur wegen dem Hausfrieden ja sagen, sondern im Inneren zustimmen?

 Der Weg des Zustimmens kann Wunder bewirken! Achte jedoch darauf, dass kein Widerstand mehr vorhanden ist. Und wenn doch, dann schau ihn Dir von der Seite an, er kommt immer nur vom Ego! Wenn kein Widerstand mehr spürbar ist, wird die Trennung, die vom Ego ausgeht, aufgehoben und somit das Ego geschwächt. Wenn du wahrhaftig annimmst, verspürst du unmittelbar danach eine Befreiung, der Raum in dir wird weiter und schafft Platz für die verbindende universelle Kraft der Liebe.

 der Anfang

letzte Strophe

Alles Liebe,

Helena

Donnerstag, 14. August 2014

Neues Gedicht "Die Meerjungfrau sucht ihr Glück", meine Entwicklung

Bevor ich das erste Gedicht "Bekenntnisse einer Ehefrau" beende, zeige ich Dir heute etwas ganz anderes. Es ist eine neue Version von der ersten Illustration zu meinem Gedicht "Die Meerjungfrau sucht ihr Glück." Das erste Bild ist vor ca. einem Jahr entstanden, wobei ich längere Pausen zwischendurch hatte, also nicht das Jahr durch gemalt habe. Ich finde, dass man die Entwicklung deutlich sehen kann. Erstaunlich finde ich, wie das Gehirn lernt, die Feinheiten beim Malen zu sehen! Ich meine, wenn ich mir die Bilder anschaue, erkenne ich die Unterschiede auch, doch sie zu malen ist ein Lernprozess. Als ich die erste Version gemalt habe, fand ich sie gar nicht so schlecht und auch relativ aufwendig gemalt. Jetzt sehe ich, um wieviel aufwendiger meine Bilder geworden sind. Und da geht noch was! Ich male mich erst warm, hehe...

 Die Meerjungfrau ist mit Absicht grau, sie wird erst zum Schluss der Geschichte bunt!



Es war einmal eine Meerjungfrau,
sie war nicht bunt, sie war ganz grau.
Drum war sie oft sehr traurig
und mochte sich selbst auch gar nicht. 
Die kleine Nixe weinte sehr viel,
sie schwamm umher, ganz ohne Ziel.

Doch einmal hörte sie von einer Fee,
sie lebte auch in der tiefen See.
Es hieß, sie habe es schon oft geschafft,
und zwar mithilfe magischer Kraft
die Sorgen und Tränen zu vertreiben,
da konnte die Nixe nicht ruhig bleiben.


















































Es gibt eine Künstlerin, dank der ich überhaupt angefangen habe zu malen. Ich habe ein Bild von ihr gesehen und war so unglaublich inspiriert, dass ich mir sofort Papier und Farben besorgt habe. Der Anfang war natürlich ziemlich enttäuschend... da ich keinerlei Ausbildung in Kunst  habe, musste ich mir die ganzen Grundlagen erarbeiten, wobei ich ja noch lange nicht fertig bin. Und auch zu erkennen, dass meine Bilder denen meiner "Meisterin" nicht annähernd gleichen, war sehr ernüchternd. Aber inzwischen kann ich mich  auf meine Ideen konzentrieren, ohne mich von der Farbwahl oder Technik ablenken zu lassen.
Erst gestern fand ich mit Hilfe meiner Schwester  heraus, dass meine Hintergründe nicht die Atmosphäre vermitteln, die ich eigentlich ausdrücken möchte. Sie sind bis jetzt zu unruhig gewesen, so dass ich jetzt die Pinselführung verändert habe, um sie weicher erscheinen zu lassen.

Nur meine Kinder haben mich ein bisschen "enttäuscht": Sie finden die erste Meerjungfrau schöner...
Nun ja, wenn man den Text dazu liest, wird der Gesichtsausdruck auch für Kinder nachvollziehbar.
Ich sehe, ich muss meine Bilder sowohl für Kinder als auch für die Eltern ansprechend machen....gar nicht so einfach.

So... nachdem sich mehrere Personen, vor allem eben meine Kinder gegen die neue Nixe ausgesprochen haben, habe ich sie ein wenig entschärft. Ich kann die Meinung der zukünftigen Leser nicht ignorieren, schliesslich sollen sie ja keine Albträume von meinen Büchern kriegen ;-).

Hier also die dritte Fassung: Hope you like it! Nachtrag: Ähm... und doch nicht die endgültige...







Liebe Grüße,

Helena

Dienstag, 12. August 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", elfte Strophe: Die Maskerade ist vorbei...

Nur noch drei Strophen... Heute geht es um das Thema Authentizität, sein wahres Gesicht zeigen, Annehmen von Schwächen... Ein Thema, das nicht nur in einer Ehe von größter Bedeutung ist, sondern in jeder zwischenmenschlichen Beziehung.
Ich habe Schwierigkeiten, dieses Bild anzunehmen. Die Frau sieht nicht perfekt aus. Aber für mich sieht sie authentisch aus. Meinem inneren Druck, sie perfekter zu malen, musste ich regelrecht widerstehen.

Elfte Strophe:

Es möchte nicht mehr spielen,
sich verstecken, sich verirren,
es möchte Schwäche zeigen und weinen,
ohne dabei an Stärke zu verlieren und deinen
und meinen Geist an seine Grenzen bringen
und in den ganz schlimmen Dingen,
die wir ständig benennen
sollen wir uns selbst erkennen
und so DAS bewusst annehmen,
was wir im anderen Menschen so sehr ablehnen.






Ich lege alles ab, was mein wahres Ich verbirgt...

Ich zeige mich so, wie ich bin, mit allen meinen Schwächen, Macken, Egomanien... Ich sehe sie, ich beobachte mich selbst, ohne zu urteilen. Meine Gedanken, mein Umfeld, meine Erfahrungen haben dazu beigetragen, wie ich heute bin. Ich identifiziere mich mit ihnen. Sie bilden das Ich. Sie geben meinem Ego eine Substanz. Ich kann sagen, dass ich bestimmte Sachen mag und andere wiederum nicht. Dass ich bestimmte Sachen sehr gut kann und andere nicht. Dieser besondere Coctail macht mich einzigartig, diese Mischung gibt es nur einmal auf der Welt. Ich bin Jemand.

 IST DAS SO?

Jetzt lege ich mein Kostüm und meine Maske ab, zumindest für einen kurzen Moment gebe ich meine Rolle, die ich in diesem Leben angenommen habe, ab. Für eine Sekunde bin ich ein Niemand. Ich habe keine Wünsche, keine Vergangenheit und keine Zukunft. Ich muss mich nicht behaupten, nichts wissen, nichts können.

Ich bin NICHTS UND ALLES. Ich spüre, dass ich frei bin. Eine Last fällt von mir ab, ich werde weit. ich nehme die Begrenzung des Ego wahr, die jetzt plötzlich nicht mehr da ist.

 Nur wenn ich erkenne, dass das, was ich für mein Ich halte, nur das sterbliche Ego ist, bekomme ich eine Ahnung davon, wie unwichtig all der Streit, die Auseinandersetzungen, die Rechthabereien sind. Ihre Bedeutung vergeht spätestens in dem Augenblick, in dem ich von dieser Welt gehe.

Ich habe die Wahl: werde ich mein Leben lang kämpfen, oder löse ich mich von meinem Ego und tauche in eine Weite ein, die mit dieser materiellen Welt nichts gemein hat?

Die Dinge, die wir unserem Partner oder auch anderen Menschen vorwerfen, sollen uns zeigen, was wir in Wirklichkeit in uns selbst nicht annehmen können. Es ist manchmal schwer zu erkennen und erfordert auch große Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Das Ego wird sich immer dazwischen stellen, sich aufbauschen und uns mitteilen, dass das Verhalten des Anderen  moralisch nicht akzeptabel ist oder sonstwie unverzeihlich ist. Es geht aber gar nicht darum, zu sagen, dass es das nicht ist.

Es geht um das Annehmen. Um das Akzeptieren, ohne zu urteilen, ohne zu kämpfen. Ich sehe das, was du tust, und ich bilde mir kein Urteil darüber. Ich sage nicht, dass du mich verletzt hast und erwarte keine Entschuldigung. Wenn der Gedanke des Verletztseins auftaucht, weiß ich, dass er vom Ego kommt. Ich mache mich weit, unglaublich weit. Es kribbelt, die Energie, die dabei frei wird, durchströmt meinen Körper. Wenn ich den Gedanken dagegen zulasse, spüre ich, wie sich etwas in meinem Brustkorb zuzieht. Ich richte die Energie gegen mich selbst, denn in Wirklichkeit kann ich diesen Anteil, den du durch dein Tun offenbarst, in mir nicht akzeptieren.

Was bedeutet das konkret?

Angenommen (nur ein Beispiel), mein Partner hat mich betrogen. In erster Linie fühle ich mich bei diesem Gedanken weniger wert. In unserer Gesellschaft ist nur die Monogamie  akzeptiert, deswegen ist Fremdgehen moralisch nicht ok. Das Ausleben der Sexualität ist mit Sünde assozieirt, mit Fleischlust, also definitiv negativ besetzt. Das habe ich verinnerlicht (In anderen Kulturen ist Fremdgehen oder Polygamie akzeptiert.). Ich kann so etwas "Schmutziges" (Indoktrination) nicht annehmen, es erzeugt Schuldgefühle in mir, weil ich als eine Person, die fremdgeht, gegen die Regeln verstosse. Diese Schuld spalte ich ab und projiziere sie nach außen. Mein Partner ist derjenige, der sich falsch verhalten hat. Die Schuld, die ich bei dem Gedanken empfinde, verlagert sich auf ein Objekt, meinen Partner.

Und dann gibt es noch den besonders schmerzhaften Aspekt, bei dem unser Ego zur Bestform aufläuft: Ich war ihm also nicht gut genug, ich habe etwas falsch gemacht, ich fühle mich nicht geliebt. Ich leide durch diese Gedanken, die mir das Ego schickt, weil es sich durch das Leiden stärker fühlt. Das ist seine Nahrung. Der Gedanke, nicht gut genug zu sein, ist eigentlich nicht schlimm, oder? Man kann ihn auch neutral betrachten. Jemand ist besser als ich. Kann man täglich 1000 mal sagen und es wird auch stimmen, wenn wir es auf andere Themen beziehen. Paul kann besser schwimmen als ich, Anja singt besser als ich. Es macht mir nur ein bisschen was aus. Es versetzt mir einen kleinen Stich, aber mehr auch nicht. Es sei denn es ist mein Thema. Weil der Papa eine Schwimmerin aus mir machen wollte, oder meine Mutter eine Sängerin war. Aber beim Thema Liebe ist es schon ein bisschen anders. Dieses Thema geht so gut wie jeden an. Wir dursten alle so nach Liebe, dass wir das Gefühl, nicht geliebt zu werden nicht zulassen können. Es schmerzt zu sehr. Wir spalten es von uns ab und projizieren es auf unseren Partner. "Er hat mich betrogen, dieses Schwein, ich kann es ihm nicht verzeihen." "Er ist es nicht wert, geliebt zu werden." "Er hat einen Fehler gemacht" ER, nicht ICH.

der Anfang

zwölfte Strophe


Liebe Grüße,

Helena











Sonntag, 10. August 2014

Sommerimpressionen, Mein Kinderbuch: "Die Katze und die Maus"

   Zwischendurch ein kleiner Sommergruß von mir an Dich. :-)

 

Die Katze und die Hühner sind Hauptdarsteller in meinem Kinderbuch "Die Katze und die Maus", das vor Kurzem erschienen ist. Die Maus verweigerte die Mitarbeit, indem sie sich nicht fotografieren ließ. Sie war übrigens diejenige, die mir die ganze Geschichte erzählt hat... http://de.dawanda.com/product/66832027-Die-Katze-und-die-Maus

Ja, ich kann nämlich Mausisch...

Zu meiner ersten Geschichte in Reimen hat mich tatsächlich eine Maus inspiriert, die ich im Hühnerhaus beim Futterklauen erwischt habe! Als ich sie verscheuchen wollte, hat sie sich aufgerichtet und gesagt, dass sie das Essen gar nicht für sich holt... Und dann hat sie mir alles gebeichtet. 

Meine Kinder fanden die Reime so toll, dass ich sie abends immer wieder erzählen musste. Und irgendwann dachte ich mir, dass es, begleitet von schönen Bildern auch für andere Kinder eine schöne Geschichte sein könnte.

Ich hatte auch schon eine Zusage vom Verlag bezüglich der Veröffentlichung. Aber irgendwie habe ich es nicht übers Herz gebracht, meine Schätzchen (die beiden Geschichten) abzugeben. Der Gedanke, dann keine Rechte mehr zu haben hat mich nicht in Ruhe gelassen. Außerdem habe ich auch noch mit Leuten gesprochen, die mit Selbstverlegern zu tun haben. Oft wird seitens der Verlage nicht viel unternommen, um die Bücher an den Mann zu bringen. Ich sollte mich dann auch selbst um Lesungen kümmern und "durfte" meine Bücher zum halben Preis beim Verlag kaufen... Da die erste Auflage immer gering ist, ist der Preis pro Buch dementsprechend hoch, so dass es fraglich ist, ob jemand überhaupt bereit wäre, es zu kaufen.  An der ersten Auflage hätte ich auch gar nichts verdient! Ich kann verstehen, dass der Verlag kein Risiko eingehen möchte, doch wozu brauche ich dann überhaupt einen Verlag? 

Wir haben uns entschlossen, diese und auch die nächsten Bücher selbst zu verlegen.

Die ersten Bücher sind in Japan angekommen, es scheint , als würden Japaner meine Bücher lieben!


 https://www.facebook.com/photo.php?fbid=925357570811661&set=a.573836019297153.142400.100000122799846&type=1&relevant_count=1



https://www.facebook.com/photo.php?fbid=877697025575413&set=p.877697025575413&type=1&theater

Hier ein paar Impressionen aus unserem Garten:


 Unsere Terasse, auf der wir am Wochenende bei schönem Wetter frühstücken.

Katerchen Tommy, der sanfteste seiner Art...


Johannisbeeren und Dill, für mich der Inbegriff des Sommers. Also, nicht zusammen natürlich ;-)  Der Garten meines Elternhauses ist immer noch von Johannisbeersträuchern umzäunt und den Dill gab es über Kartoffeln mit Butter gestreut...








Ein Bauerngarten voller Stockrosen...

Die ersten Steinpilze...


 "Hast Du gehört? Das Helenchen hat ein Buch geschrieben, und wiiiir kommen darin vor!!!!"

Genießen wir noch den Rest des Sommers! Ich wünsche Dir eine schöne Zeit!

Helena

Donnerstag, 7. August 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", zehnte Strophe: Doch noch eine Chance?


Heute stelle ich Dir bereits die zehnte Strophe von meinem Gedicht vor: "Bekenntnisse einer Ehefrau" ist ein Brief von einer Ehefrau an den Ehemann. Die zehnte Strophe stellt eine Wende dar, nachdem sich die Frau ihren Frust von der Seele geschrieben hat... Es behandelt auch das Thema Abhängigkeit innerhalb einer Beziehung.

zehnte Strophe:

Also? Was machen wir mit unserer Ehe?
Geben wir sie auf? Moment, was ich nicht verstehe,
manchmal reicht es schon, dass der Ton anders wird
oder dein Blick an Härte verliert
und schon regt sich etwas in mir,
ich wäre bereit für einen Neuanfang mit dir,
denn das, was uns zusammen geführt hat vor Jahren,
als wir noch voller Illusionen waren,
ist noch da, demaskiert und nackt...


Ein Neuanfang? Nach 5,10,15 Jahren Ehe? Wo doch schon alles gesagt worden ist? Durchaus! Mit einer kleinen Änderung: Jetzt vergessen wir den Verstand und lassen mal die Seele machen!

 

Wenn du innerlich spürst, dass eine Verbindung zu deinem Partner besteht, dann bist du noch gar nicht bereit zu gehen.
 Hier muss man jedoch zwischen der positiven Energie und einer Abhängigkeit oder Co-Abhängigkeit unterscheiden! Eine Abhängigkeit ist immer mit Angst verbunden, mit depressiven Gedanken, mit "Ausbrechen wollen aber nicht können". Wo man genau weiß, dass die Beziehung destruktive Züge hat. Das beste Beispiel für eine Coabhängigkeit ist, wenn der Mann alkoholkrank (oder drogenabhängig) ist und die Frau das Bier einkauft oder gar selbst abends aus Solidarität zur Flasche greift.

Was kann man machen, um den Unterschied für sich zu erkennen, wenn man in Bezug auf die eigenen Gefühle verwirrt ist? 

Ich denke, dass der Weg zur Erkenntnis immer über das Bewusstwerden führt. Wenn du in einer destruktiven Beziehung steckst, muss du dich als erstes auf dich besinnen. Manchmal ist eine räumliche Trennung unabdingbar. Die Einsicht, nicht mehr leiden zu wollen, muss so stark sein, dass alles andere zweitrangig ist. Den Schritt kannst nur du gehen, kein anderer. Dann fängt die Arbeit aber erst an. Es nützt nichts, sich zu trennen und zu glauben, dass jetzt ein neues Leben anfängt. Meistens ziehen uns unsere Muster entweder wieder zurück oder wir finden einen Partner, der genau dieses Muster wieder bedient. Deswegen ist es so wichtig, sich nur auf sich zu konzentrieren. Damit meine ich natürlich keinen Egotrip oder ein Treffen mit der besten Freundin nach dem anderen, bei dem wir die Schuld für alle unglücklichen Stunden der Beziehung dem Ex oder noch Partner in die Schuhe schieben . Das ist pures Egogehabe!

Es geht um Arbeit mit und an unserem Inneren. Durch Collagen, Malen, Schreiben, Meditation können wir damit anfangen, endlich unsere Seele sprechen zu lassen. In Momenten der Einsamkeit kann es sehr, sehr schmerzhaft sein, diese aushalten zu können. Deshalb ist es gut, darauf vorbereitet zu sein! Für mich hat sich etwas sehr einfaches als Mittel erwiesen: Einmal, als der Schmerz mich aufzufressen drohte, habe ich mir ein großes Kopfkissen geschnappt, es vor meinen Bauch gehalten und hin und her geschaukelt. Es schien das Loch um meinen Solarplexus auszufüllen und schenkte mir tatsächlich Geborgenheit. Vielleicht findest du ein ganz anderes Ritual, wichtig dabei ist nur, unbedingt die Liebe einzuladen, um die Sehnsucht zu stillen. Bitte tue nie so etwas wie  eine Tafel Shokolade essen oder eine Flasche Wein trinken oder aus Frust einkaufen zu gehen oder deinen Ex anzurufen. Nicht in DIESEM Moment. Glaube mir, ich weiß wie schwierig es ist, dem zu widerstehen! Dies sind aber nur Ersatzhandlungen, die entweder eine neue Sucht kreieren oder eine schon bestehende verstärken. Ich werde dazu noch einen gesonderten Post schreiben.

Manchmal können wir jedoch nicht anders, als der Sucht nachzugeben, dann ist es wichtig, sich deswegen nicht zu verurteilen, sondern immer wieder darum zu bitten, diesen Moment zu transformieren. Wenn wir bewusst dabei bleiben, wird die Transformation stattfinden. 

Es gibt natürlich auch Beziehungen, in denen es nicht so schlimm zugeht, die einfach nur so dahinplätschern. Mann und Frau leben mehr nebeneinander als miteinander. Gespräche laufen immer aufs Gleiche hinaus oder man hat sich nichts mehr zu sagen. Aber gehen kann man auch nicht, weil einen irgendetwas festhält. Sei es Gewohnheit, Scham oder die Angst, dann plötzlich ganz allein zu sein. Auch dann ist der einzige Weg in meinen Augen der, sich auf sein Inneres zu besinnen. Es kann sein, dass wir nach einiger Zeit feststellen, dass das Band zu unserem Partner gelöst ist. Wir können ohne einen negativen Gedanken den Schlussstrich ziehen und gehen. Oder aber, wir entdecken durch die Arbeit an uns sich selbst neu, und dadurch auch unseren Partner.

der Anfang 

 elfte Strophe


Ich wünsche Dir einen schönen Tag

Helena



Dienstag, 5. August 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", neunte Strophe: Ein gebrochenes Herz

Wir sind bei der neunten Strophe meines Gedichtes angekommen. Die Frau beschreibt in dieser Strophe, wie sich die Trennung ihrer Eltern auf ihr Leben ausgewirkt hat. Unter dem Bild findest Du außerdem ein paar Gedanken zum Thema Erziehung. 


neunte Strophe:

Dabei wird ganz oft übersehen,
dass wenn die Eltern auseinander gehen,
etwas für immer zerbricht.
Auch wenn die Kinderseele nicht darüber spricht,
so leidet sie und weiß nicht wie das Herz
plötzlich den Kummer aushalten soll und der Schmerz
verändert das Kind und sein ganzes Leben 
wird geprägt sein vom Verlust und es würde alles geben
um das Vertrauen zurück zu bekommen.

Bleibe ich oder gehe ich? 

 

Bei manchen wird ein gemeinsames Kind diese Entscheidung stark beeinflussen oder hinauszögern, andere werden nur nach ihren Wünschen handeln, wiederum andere werden gerade zum Schutz der Kinder den gemeinsamen Weg beenden müssen.

 

Die Umstände, die zu einer Trennung führen sind sehr unterschiedlich und es ist nicht mein Anliegen über die zu urteilen, die eine Entscheidung getroffen haben.



Letztendlich kann man niemandem einen Rat geben, wenn es um eine so relevante Entscheidung wie eine Trennung geht, vor allem nicht, wenn Kinder involviert sind. 
Aber es gibt Trennungen, die durchaus vermeidbar wären, wenn beide Partner bereit wären an sich zu arbeiten, statt sich in eine neue Liebe zu flüchten.
 

Was tun, wenn es nicht zu vermeiden ist? 


Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, dürfen wir unsere Kinder nicht aus den Augen verlieren. Vor allem, wenn ein neuer Partner ins Spiel kommt. Systemisch betrachtet war das Kind zuerst da und es darf nicht sein, dass wir die Bedürfnisse des neuen Partners vor die Bedürfnisse unseres Kindes stellen. Oft wird das rebellierende Kind sich selbst überlassen oder gar für die Aufmüpfigkeit bestraft. Egal wie groß die Probleme nach der Trennung sind oder wie berauschend die neue Liebe, unsere Aufmerksamkeit sollte immer den Kindern gelten, denn für sie ist gerade eine Welt zusammengebrochen. Oft geben sich die Kinder unbewusst die Schuld für die missglückte Beziehung ihrer Eltern. Da Schuldgefühle aber sehr schmerzhaft sind, werden sie auf ein Elternteil projiziert. Wenn es dazu kommt, dass das Kind dem Elternteil die Trennung vorwirft, sollte man ihm aufrichtig sein Verständnis zeigen. Der größte Fehler ist in einer solchen Situation, die Gefühle des Kindes zu verneinen oder ihm zu sagen dass es kein Recht hat, so zu sprechen. Das Kind möchte von uns immer eine Bestätigung hören, es möchte sich nur angenommen und verstanden fühlen. Wir als die nächste Bezugsperson können alles auffangen, wenn sich unser Kind immer geborgen fühlt. Keine Sorge, es wird dadurch nicht verwöhnt oder verzogen. Wenn es spürt, dass wir aufrichtig in unseren Gefühlen sind, wird es mit Liebe antworten. Die Kinder brauchen diesen Rückhalt um jeden Preis, um emotional gesund aufzuwachsen.

Die besten Bücher zum Thema Erziehung haben Adele Faber und Elaine Mazlish geschrieben. Sie sind jedem wärmstens zu empfehlen, der Probleme mit der Erziehung hat.

Gerade in unserer Zeit flüchten sich missverstandene Kinder in die virtuelle Welt oder stillen ihre Wut und Trauer in Drogen. Weil sie von den wichtigsten Menschen in ihrem Leben nie bejaht worden sind.

Stell Dir eine Situation vor, in der Du jemandem von etwas berichtest, was dich total wütend gemacht hat. Und der Zuhörer gibt dir nach jedem Satz zu verstehen, dass Deine Wut nicht richtig ist. Würde dich das nicht noch wütender machen?
 Sätze wie: "Aber das ist doch nicht schlimm", "Das ist doch kein Grund, um beleidigt zu sein", "Mein Gott, musst du denn gleich so  wütend reagieren, das ist doch nicht nötig!", sagen den Kindern im Grunde, dass ihre Gefühle nicht richtig sind. Dass sie ihrem inneren Leben nicht vertrauen können.

 Wenn ein Kind wütend ist, gibt es für dieses Kind sehr wohl einen Grund dafür, sonst wäre es ja nicht wütend! Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es FÜR UNS keinen Grund gibt. Ein kurzes Bejahen der Gefühle, ein Satz wie: "Ich sehe, das hat dich sehr wütend gemacht", löst den Wutanfall manchmal in Sekunden wieder auf! Das ist keine Theorie. Das habe ich selbst ausprobiert. Die Schwierigkeit liegt lediglich darin, die uns anerzogenen Sätze, mit denen unsere Eltern uns "therapiert" haben, nicht zu benutzen. Das bedeutet, dass wir anfangen müssen, bewusst mit unseren Kindern zu sprechen. Wie oft lassen wir im Gespräch mit unseren Kindern einfach mal die Luft raus... Weil wir uns vergessen, weil wir genervt sind, weil wir unsere Unfähigkeit, unsere Probleme, unseren Frust auf sie projizieren. Es ist ein Lernprozess für alle. Das wichtigste dabei ist, dass wir auch unseren Kindern gegenüber mit Respekt und Liebe entgegentreten.

der Anfang 

zehnte Strophe 

es geht um unsere Kinder!!! die gewollte Sexualisierung unserer Gesellschaft 

Liebe Grüße
Helena


Samstag, 2. August 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", achte Strophe: Neues Spiel neues Glück...

So...heute schon die achte Strophe des Briefes. Ich habe die "Bekenntnisse der Ehefrau" in Form eines Gedichtes geschrieben. In dieser Strophe geht es ums Fremdgehen oder auch darum, von einer nicht beendeten Beziehung in die nächste zu wechseln. Unter dem Bild findest Du wie immer meine Gedanken dazu, wenn Du Lust hast, kannst Du mir gerne Deinen Kommentar dazu schreiben!

achte Strophe:

Eine alternative Möglichkeit,
die etwas aktuellere Bequemlichkeit
ist die, man sucht sich einfach eine neue
Romanze, Person, mit der man wieder ohne Reue,
ohne Rücksicht auf Verluste
alle möglichen Gelüste,
welche die Nacht bringt und der Tag
voll und ganz auszukosten vermag,
in der Hoffnung natürlich, dass es diesmal besser klappt.

Auf zu neuen Ufern... 


Manchmal scheint es uns der einzige Weg zu sein, um aus dem Disaster Ehe auszubrechen. Weg, raus, ich ertrage es nicht mehr!
Ein neuer Partner, eine neue Liebe birgt noch all die wundervollen Möglichkeiten, die in einer unglücklichen Ehe verloren gegangen sind. All die Illusionen, Träume, Sehnsüchte, all das wonach unser nach Liebe lechzendes Herz sucht, scheint sich in dem Ausblick auf einen neuen Liebespartner zu vereinen und auch nur einen Schritt entfernt zu sein...



Das anfängliche High der Verliebtheit verfliegt so schnell... bei der ersten Unstimmigkeit, beim ersten Missverständnis wird man aus dem schützenden Kokon, aus der Blase rausgerissen; der Alltag mit seinen ernüchternden Verpflichtungen holt uns früher oder später ein und zeigt uns, dass all das, was uns ohne den Geliebten unglücklich gemacht hat, immer noch da ist. Die Realität reisst den Schleier weg und wir stehen plötzlich wieder einsam da. Der Geliebte ist auch nur ein Mensch, unfähig unser Darben nach dem einen Gefühl zu  beenden.


Ich hatte Beziehungen, die nach drei Monaten zu Ende waren. Es gab einfach nichts mehr zu tun. Ich spürte keinerlei Verbindung mehr, die Lektion war zu Ende, ich musste gehen. Doch statt inne zu halten und die Einsamkeit zu ertragen, stürzte ich mich sofort in die nächste Beziehung. Was mir damals gefehlt hat, war die Reife. Und die Bereitschaft zu verzichten oder mit Geduld an etwas zu arbeiten.
Habe ich etwa gelernt, jetzt auf die Liebe zu vezichten? Nein. Früher war ich eine Durstige, die an einer Wasserquelle sitzt und nicht weiß, dass sie trinken kann. Heute schöpfe ich aus dieser Quelle mit vollen Händen und das tollste ist, dass sie nie versiegt, es sei denn, ich vergesse wieder, dass sie da ist. Diese Quelle ist auch in Dir, in jedem von uns. Die universelle Liebe und nur sie ist in der Lage, unsere Sehnsucht zu stillen.


 Wie kommt die Liebe in mein Leben?


Am Anfang wußte ich nicht, wo und wie ich diese Liebe finden kann. Ich habe viele Bücher gelesen und fing an, die Liebe in mein Herz einzuladen. Ich stellte mir meine Kinder vor und versuchte das Gefühl, welches dabei kurz aufflackerte festzuhalten. Zuerst gelang es mir nur für ein paar Sekunden. Doch nach und nach konnte ich es bewusst halten bis ich eines Tages eine unglaubliche Erfahrung gemacht habe: Ich wurde von einem Gefühl der Liebe vollkommen durchströmt, das so heftig und schön war, dass ich weinen musste. Da wußte ich, das sich so wahres Glück anfühlt. Nichts und Niemand kann es mir schenken. Es ist immer in mir, ich muss es nur einladen, sich zu zeigen.
Wenn wir diese Quelle  in uns entdecken, stellen wir fest, dass andere nicht mehr so attraktiv für uns sind. Wir durchschauen unser Muster, das uns in immer gleiche Beziehungen getrieben hat. Das Muster, das sich aufgrund unserer Erlebnisse und unseres Körpertyps entwickelt hat ist unterschiedlich, doch das Motiv ist immer gleich: die Sehnsucht nach Liebe.

der Anfang 

neunte Strophe 

Alles Liebe,
Helena