Samstag, 26. Juli 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", sechste Strophe: Verbunden oder gebunden?


Heute stelle ich Dir die sechste Strophe meines Gedichtes vor, in der es um die Idee des Heiratens geht... Ist es ein von der Gesellschaft oder gar von Gott gewolltes Ritual? Wann macht es Sinn, zu heiraten? Meine Gedanken dazu wie immer unter dem Bild.

sechste Strophe:

Nur wo ist die Liebe hin,
die der Ehe und dem Leben gibt ihren Sinn?
Wir haben sie ein wenig aus den Augen verloren
und nun schmeckt uns die Ehe leicht vergoren.
Oder ist sowieso die ganze Ehe
eine illusorische Schnapsidee?
Zwei Menschen, die einander gefallen,
sind schnell der körperlichen Liebe verfallen
und machen leider den Fehler zu wissen,
der liebe Gott hat sie zusammen geschmissen
und zwar für immer und ewig!

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Warum heiraten wir überhaupt? Warum heiraten Frauen lieber als Männer? 


Ich habe mal ein tolles Buch gelesen, das zwar schon etwas älter ist, das Problem aber genau beschreibt: Der  Cinderella-Komplex von Colette Dowling. Gut, die Zeiten ändern sich und das Selbstbewusstsein der Frauen entfaltet sich immer mehr, doch die tief verwurzelte Angst der Frau vor dem Verlassen werden und ihr Wunsch nach Schutz und Versorgung bestimmen immer noch oft das Leben der Frau. 


Viele Frauen, die nach Liebe lechzen (wie ich es auch tat), sehen in einer Heirat (oder einer Schwangerschaft) den Garant für eine unversiegbare Liebesquelle. Den Partner an sich zu binden, ohne wirklich mit ihm verbunden zu sein.... Leider ist dieser Schritt an der Tagesordnung. Man macht es, weil es irgendwie Zeit wird. Weil man ja schon so lange zusammen ist....damit die Beziehung nicht total einschläft, heiratet man endlich. Oder weil die Frau ja langsam in die Jahre kommt und man ernsthaft die Familienplanung in Angriff nehmen sollte. Was sich ja ohne Schein nicht soooo toll anfühlt. Schliesslich soll der Versorger dann auch bleiben und nicht auf die Idee kommen, sich nach einer anderen Möglichkeit umzuschauen. Rein biologisch bedingt. Sowohl unsere Angst davor als auch die möglichst große Streuung des männlichen Samens. (Was hat sich Mutter Natur nur dabei gedacht, das ist der Beweis für ihren Hermaphroditismus... )
Oder aber es wird in der überschwenglichen Euphorie der ersten Verliebtheit geheiratet, was sicherlich beglückender ist jedoch nicht unbedingt die Dauerhaftigkeit erhöht.

Was kann man denn den Mädchen oder Frauen raten? Heiratet nicht, lasst das Kinder kriegen?
Geht ja irgendwie nicht und wäre auch nicht richtig. Ich würde jedem Mädchen, was ich mit meinen Töchtern auch tue, zu vermitteln versuchen, dass die wahre Liebe NICHT in einer Beziehung zum Mann zu finden ist.
"WAAAAAS? Ich glaube aber an die Liebe meines Lebens, ich glaube daran und du bist eine desillusionierte Kuh, und wirst mich nicht davon abhalten!"
ÄÄähm ja. Eigentlich alles richtig, bis auf die Kuh vielleicht.
Desillusioniert zu sein empfinde ich persönlich als ein großes Geschenk. Denn nur dieser Zustand macht es mir möglich, bei mir zu sein. Das zu tun, was ICH möchte und nicht irgendein Mann, von dem ich mir das erhoffe, was er mir eh nicht geben kann, weil es mir NIEMAND geben kann. Ich weiß, dass die Illusion der romantischen Liebe zwar die Kassen mit Geld füllt, aber niemals imstande ist, meine Seele mit Glück zu erfüllen.
Unter welchem Druck das speziell die Männer stellt, ist unvorstellbar! (Natürlich gibt es auch hier wieder das Umgekehrte, also Männer die ihre Liebste lebenslang nur für sich haben wollen und Frauen, die nicht so gerne drauf eingehen werden.)
Es wird Zeit, das hier ein Paradigmenwechsel stattfindet. Die Rollen, die beide Geschlechter angenommen haben, sind wirklich längst überholt. Wir Frauen sind keine kleinen Prinzesinnen mehr und unsere Männer keine Prinzen auf einem weißen Ross, die uns erlösen sollen. Wem das zu übertrieben vorkommt, denke bitte darüber nach, womit unsere Töchter täglich von den Medien gefüttert werden. Diese Bild setzt sich in den Gehirnen fest, ob wir wollen oder nicht. Und das ist auch gewollt, denn diese Gesellschaftsstruktur bringt viel Leid und viel viel Geld....

der Anfang

siebte Strophe 

Alles Liebe,

Helena

Kommentare:

  1. Liebe Moni ,danke für die ehrliche Zeile.Ich weiß wovon du schreibst .Ich habe auch aus Verzweiflung geheiratet ,aus Hoffnung auf Große Liebe . Meine Beziehungen waren auch eine ständige Suche nach der Liebe und Erfüllung.Heute Habe ich immer noch angst alleine zu bleiben ,ohne Partner...

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  2. Dobrze Monika, ze piszesz o tych codziennych ważnych problemach , które mają kobiety z partnerem , jest o czym myśleć , rysunek trafny , bo miny tej pary odpowiednie do treści , razem to jest bardzo ciekawe, pozdrawiam pa... całuski , Mama.

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