Samstag, 12. Juli 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", zweite Strophe: Ich habe recht!

Heute stelle ich Dir die zweite Strophe des Briefes an den Ehemann vor. Es geht um die ständigen Streitereien, Missverständnisse und Rechthabereien, die das Familienklima vergiften. In manchen Beziehungen ist ein normales Miteinander nicht mehr möglich...

zweite Strophe:

Ist das unsere Egomanie?
Oder eine Art Schizophrenie?
Wir wollen doch nur unser Bestes geben,
wir schwören, dem Anderen alles zu vergeben
und doch bist du mein Feind, immer wieder
streite ich mit dir, verneine dich, immer wieder
will ich einfach nur mein blödes Recht behalten,
du sollst (bitte) endlich deine Klappe halten
und doch einfach einer Meinung sein mit mir...


"Die Alte gibt einfach keine Ruhe..."


 Eine Möglichkeit mit der Krise umzugehen, ist den Partner zur Rede zu stellen, um die eigenen Vorstellungen vom Zusammenleben im besten Falle bekannt zu geben. Im schlimmsten Fall wird versucht, sie dem anderen aufzuzwingen. Wenn ein Partner sehr auf seinem Standpunkt beharrt, wird der andere klein beigeben oder es gibt Krieg. Klein beigeben sorgt zwar für augenscheinlichen Frieden, doch auf lange Sicht wird der brodelnde Kessel irgendwann sowieso hochgehen. Entweder manifestiert sich eine lebensbedrohliche Krankheit oder der unterdrückte Partner hält es nicht aus und macht sich davon. Auch hier gibt es viele Facetten... je nach dem was für Muster aus der Kindheit übernommen worden sind, reagiert jeder von uns auf seine Art und Weise. Die Auslöser kann man an der Hand abzählen, doch ihre Kombination ist bei jedem anders.

 Eine tolle aber für mich schwierige Übung besteht darin, in einem Streitgespräch nicht auf sein Recht zu bestehen, nicht das letzte Wort haben zu wollen... Es ist wirklich sauschwer, probiere es mal aus! In dem Moment wo du zum Kontern ausholst, halte inne und beobachte was passiert, wenn du einfach nichts mehr sagst. Nicht weil du beleidigt bist und dich schmollend manipulierend abwendest ;-)... Beobachte dich und deine Reaktion. Es sind fast körperliche Schmerzen.... und dann stellt sich etwas anderes ein... man wird innerlich ein Stückchen größer...
Wenn du seine Gedanken gerne kennen würdest....die Frau und der Hirsch haben so ziemlich die gleiche Fellfarbe... ;-)...
Ich würde mich über Kommentare bezüglich der Übung freuen!

der Anfang

 dritte Strophe
 Liebe Grüße,

 Helena

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