Montag, 14. Juli 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", dritte Strophe: Bettgeflüster

Heute teile ich Dir meine Gedanken zur dritten Strophe meines Gedichtes mit. Ich greife hier das Thema Sexualität, Erotik und Nähe innerhalb einer Beziehung auf. Wie kommt es dazu, dass es nach Jahren der Partnerschaft im Bett nicht mehr funktioniert? Welche Wünsche hat die Frau, was ist für den Mann wichtig?

dritte Strophe:
Das alles macht mich so unendlich müde,
es macht mich sogar frigide und prüde.
Erotik ist zum Hasswort mutiert,
Sex ist, wenn die Frau als Objekt fungiert.
Denn der Mann braucht ja sein tägliches Brot,
sonst kommt er ganz schnell in eine Art Not.
Wen interessiert es, dass die Frau gerne
mal auch ein wenig Wärme
empfangen würde,
außer der Samenflüssigkeit beim Geschlechtsverkehr?

Ist es möglich nach vielen Jahren Ehe, ein glückliches Liebesleben zu haben?


An diesem Thema kommt man in einer Beziehung nicht vorbei... Ein großes und wichtiges Thema, dass irgendwie trotz unserer zunehmenden Offenheit verschwiegen wird... Man(n) macht Witze darüber, lässt sich von der Medienwelt und ihren aufgeilenden Darstellungen immer mehr vereinnahmen und in der eigenen Beziehung bleibt Sex eine riesige Baustelle.
Der Mann will, die Frau nicht... oder die Frau will, aber nicht so wie der Mann es will. Es wird kaum miteinander kommuniziert, von einer Beziehung ist im Bett nichts mehr zu spüren... Ich möchte behaupten, dass hier der Sex begraben liegt... In der Unfähigkeit, uns wirklich zu begegnen...

Versteht mich nicht falsch, eine schnelle Nummer zwischendurch ist auch ok, aber wenn Sexualität nur zum Abreagieren da ist, dann ist Frust vorprogrammiert. Eine langjährige Beziehung hat nur eine Chance zu bestehen und zu wachsen, wenn sich nicht nur unsere Körper kurz treffen, sondern wenn auch unser Inneres mit dem Partner Kontakt aufnehmen kann. Früher haben es die Frauen einfach ertragen...doch ich meine, dass sich die Zeiten ändern und dass heute immer weniger Menschen irgendetwas ERTRAGEN WOLLEN. Wir müssen einsehen, dass wir uns mit nichts mehr abfinden müssen. Wir müssen authenthisch werden, um ein glückliches Leben führen zu können, und guter Sex macht eben auch glücklich ;-).

Doch was ist denn "guter Sex"? Für mich als Frau zählt nicht die Quantität, auch nicht wie lange man es treibt, oder ob man(n) alle strategischen Punkte bearbeitet, für mich zählt ganz allein die Energie, die ich dabei wahrnehme. Ist das eine rein weibliche Art der Wahrnehmung? Oder eine besondere Art der Wahrnehmung, die sowohl bei Frauen als auch bei Männern durchaus möglich ist? Die uns leider durch die Indoktrination der Kirche völlig abhanden gekommen ist? Wer von klein auf beigebracht bekommt, dass Körperlichkeit nur mit Scham und Schuldgefühlen in Verbindung steht, der kann doch unmöglich frei mit seiner sexuellen Energie umgehen, oder?


Was ist nur los mit uns Menschen, dass wir einerseits die natürliche Nacktheit nicht ertragen können und unsere Kinder "anständig erziehen" und andererseits Pornografie in fast jedem Haushalt Einzug hält?

 Die Deutschen sind ja Spitzenreiter im Pornokonsum,  habe ich gelesen. Es ist eine Art mehr oder weniger stille Revolution, wie damals in den 60zigern, wo die Frau plötzlich aus ihrem Hausfrauendasein erwacht ist. Ja, denn inzwischen machen die Frauen ja immer häufiger mit. Ich kann mir nicht helfen, aber für mich ist das alles nicht echt. Sowohl die Anti- als auch die Feministinnen machen meiner Meinung nach einen Fehler, sie wollen es den Männern gleich machen. OK, sie enttabuisieren den Sex, aber sie wollen unbedingt genauso geil und ungehemmt sein wie ihre Partner, vielleicht aus Angst, sonst alleine dazustehen?  Verstehe mich bitte richtig, ich möchte nur darauf aufmerksam machen, ob es wirklich der Wunsch der Frau  ist oder der des Partners... Gegen Freizügigkeit ist nichts einzuwenden, auch nicht gegen Phantasie im Bett, irgendwelche Spielzeuge und den ganzen Kram... Nur wenn man versucht, es den Pornodarstellern nachzumachen, wenn es nur um Sex geht, wird es auf die Dauer nicht funktionieren. Die Latte wird immer höher gelegt, bis die Reize nicht mehr ausreichen, um den nötigen Effekt zu erzielen. Und die Gefühle bleiben auf der Strecke. Sex ja, aber bitte mit Seele! 

der Anfang 

hier die nächste Strophe, mehr zum Thema Sexualität 

das erklärt alles... 

Liebe Grüße
Helena

1 Kommentar:

  1. Tak , to jest scena życia codziennego i treść , dobrze opowiada o tym , rysunek świetny, brawo, pozdrawiam Mama , buźka pa..pa..

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