Mittwoch, 16. Juli 2014

"Bekenntnisse einer Ehefrau", vierte Strophe: Geil oder weiblich? Die Frau als Sexobjekt

Die vierte Strophe meines Gedichtes geht noch genauer auf das Thema Sexualität ein, wobei es mir hier besonders um die visuellen Reize geht, die von einer Frau als Sexobjekt ausgehen. Sie werden von den Männern als ein einfaches Triebmittel angesehen, da sie ihnen ein körperliches Abreagieren erlauben, ohne auf die Partnerin wirklich eingehen zu müssen. Beispiel Prostitution...

 vierte Strophe:

Ich hab` keine Lust mehr zu verführen,
ich muss mich nicht mehr abreagieren.
(irgendwie tust du mir da ein bisschen Leid)
Ich kann sogar etwas länger pausieren.
Und wenn es doch hormonbedingt so weit ist,
dann weiß ich selbst, wie es am schönsten ist.
Ich muss mich dafür nicht mal verkleiden,
ich kann mich auch so nämlich ziemlich gut leiden.
Denn meine Vorstellung von Weiblichkeit
ist eine, die nicht an Oberflächlichkeit 
gebunden ist.

 

Machen wir es den Männern zu einfach?

 

Je nach Alter, Typ und Verfassung hat jeder Mensch so seinen eigenen Bedarf... Doch grundsätzlich kann man wohl sagen, dass Männer sexorientierter sind als Frauen. Glücklich diejenigen, bei denen es einfach passt! Sie haben sich gefunden und werden meine Ausschweifungen wahrscheinlich für absolut übertrieben halten. Für die glücklichen schreibe ich aber nicht. Ich schreibe für diejenigen, die mit dem zunehmenden Fetischismus der Körperlichkeit nicht einverstanden sind. Die innerlich spüren, dass hier irgendetwas nicht stimmt.

 Mir geht es gar nicht so sehr um die Frage, ob Frau als Sexobjekt angesehen wird oder nicht, denn das steht für mich außer Frage. Das wurde sie schon immer und wird es immer noch. Das ist aber auch von der Natur so gewollt und wird kaum zu umgehen sein.
Nur, da können die modernen Antifeministinnen so laut schreien wie sie wollen, seinen Körper zur Schau zu stellen und ihn jedem anzubieten hat für mich nichts mit  sexueller Freiheit und Selbstbestimmung zu tun. Ich frage mich immer wieder, warum manche Frauen diesem (männlichen) Wunsch nachgehen.

 Außen vor lasse ich hier diejenigen, die aus Verzweiflung und finanzieller Not ihren Körper verkaufen müssen. Es schafft ein großes Leid. Gerne werden Bilder von großen und berühmten Huren wie Domenica als Aushängeschild dafür benutzt, dass Prostitution doch gar nicht so schlimm sei. Es soll den Eindruck machen, dass es manche Frauen sogar gerne machen... Domenica hat sich sehr dafür eingesetzt, dass Frauen  aus dem Milieu wieder aussteigen können. Wohl kaum, weil es ein erfüllender Beruf ist. Dass selbst die "Großen" ihren Schmerz und ihre Sehnsucht nach einer anderen Art von Liebe letztendlich in Drogen und Alkohol zu versenken versuchen, wird entweder verschwiegen oder als Nebenwirkung abgetan. So ist das halt im Rotlichtmilieu, doch WARUM ist das so?

Was ist mit Frauen, die sich gerne als immer bereites und williges Weibchen darstellen? Sind sie wirklich hormonbedingt so geil drauf, oder spielt da etwas ganz anderes eine Rolle... Nämlich die Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe? 

 

Wenn wir Domenicas Beispiel nehmen, fällt auf, dass sie 10 Jahre in einem Waisenhaus verbracht hat, bevor sie mit 17 einen Bordellbesitzer heiratete, der sich dann vor ihren Augen erschoss. Mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen. So nach und nach erreichen uns immer mehr Berichte, was in den fünfziger Jahren in den Waisenhäusern los war. Wer behauptet, dass so eine traumatisierte Frau gerne und aus Lust am Sex zur bekanntesten und geilsten Hure Deutschlands geworden ist, der ist einfach nur dumm und sieht nicht die schlimme Realität, der Frauen ausgesetzt sind. Sie war die Beste, sie hat alle Wünsche ihrer Kunden erfüllt... wie traurig. 

 In unserer männlich dominierten Gesellschaft wird uns Frauen leider immer noch diktiert, wie wir auszusehen und was wir anzuziehen haben, damit wir gesehen, gelobt und geliebt werden.

 Die Anderen haben einen Schleier, wir haben den Minirock. Ist es übetrieben? In meinen Augen nicht. Nur kann man es den Männern kaum vorwerfen, denn sie haben es nur von ihren Vätern übernommen. Die Bilder, die sie als Kinder in sich aufgenommen haben, bestimmen ihr heutiges Verhalten der Frau gegenüber. Vorzuwerfen wäre lediglich die fehlende Bereitschaft, über das Verhalten nachzudenken. Aber auch das ist nicht mein Anliegen. Wir Frauen müssen herausfinden, wonach wir uns wirklich sehnen, was unsere wahren Beweggründe sind. Denn die Männerwelt entscheidet immer noch durch die Medien, wie weit die Frau gehen soll und muss, um erfolgreich zu sein. Und das Überschreiten der Grenzen wird zugelassen, nicht weil die Frau so geil drauf und endlich frei ist, dass kann sie auch für sich sein, dazu braucht sie nicht Millionen von Menschen. Die Grenzen werden überschritten, weil diese Frauen nach der Anerkennung Anderer lechzen, weil sie die Liebe außerhalb ihrer selbst suchen, weil sie ohne die Anderen emotional verhungern. Diese Art von Liebe und Anerkennung schmeichelt jedoch nur unserem Ego. Spätestens wenn die Erkenntnis da ist, dass diese Art von Liebe nichts, absolut nichts mit der echten Liebe zu tun hat, nach der sie darben, nehmen sich einige das Leben.....
 
 Ich empfehle jedem das Video  "Jugend ohne Kindheit", wenn du ein Kind im entsprechendem Alter hast, lass es mitschauen. Denn nur, wenn wir unseren Kindern ein anderes Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit vorleben, haben wir eine Chance, eine Gesellschaft aufzubauen, die auf wahren Werten beruht und nicht durch Leid kompensiert wird.





Liebe Grüße

Helena

der Anfang


fünfte Strophe

hier schliesst sich der Kreis...



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